Zeitsprung: Ein Blick hinter die Kulissen des Musikvideo-Drehs von „I'm not a Band – Time on Fire“

March 6, 2017

  

  

 

Ein Blick hinter die Kulissen zum Musikvideo-Dreh von „I'm not a Band – Time on Fire“

 

In der Tat ist die Produktion des Musikvideos "I'm not a Band - Time on Fire" schon ein paar Jährchen her, um genau zu sein war es 2012. Zwischenzeitlich hat sich sogar die Besetzung von I'm not a Band etwas verändert. Doch hin und wieder werde ich noch auf das Video angesprochen. Kürzlich habe ich beim Daten-BackUp einige Setbilder entdeckt. Was bieten sich bei diesem Beweismaterial mehr an, als mit einem kleinen Blogartikel einen Blick hinter die Kulissen des Musikvideo-Drehs zu ermöglichen.

 

Der Song

 

„Time on Fire“ - Ein Songtitel der vermuten lässt, dass es hektisch zu sich geht: „In Eile“, „Hektik“ und „unter Strom“ wären passende deutsche Synonyme für diesen Titel. Und welcher Drehort eignet sich für diese dankbare Vorlage besser als die Straßen Berlins? In der Tat ging es bei dem Dreh teilweise sehr turbulent zu, inklusive groß angelegter Polizeikontrolle.

 

Die Idee

 

Das Musikvideo besteht aus drei Ebenen: In Ebene 1 sehen wir das Duo in einem weißen, neutralen Studiosetting, in Ebene 2 sind wir mit dem Sänger und Violinisten Stephan im Auto und heizen mit ihm durch die Straßen Berlins und in Ebene 3 sehen wir die Sängerin und Violinistin Kassandra auf den Straßen Berlins performen. Auf eine Story wurde bei dem Video bewusst verzichtet. (Das ein Musikvideo nicht unbedingt eine runde Story benötigt, darüber habe ich in einem anderen Blogartikel bereits geschrieben).

 

 

Die technische Umsetzung

 

Das Video zu „Time on Fire“ ist sehr hektisch. Bespickt mit vielen ruckartigen Bewegungen, schnellen Hintergrundbewegungen und taktgenauen Kamera-Pumpzooms. Als Zuschauer sieht man, dass sich zwar alles sehr ungewöhnlich bewegt, die Mundbewegungen beim Gesang und die Performancebewegungen der beiden Violinisten aber stets synchron sind. Doch wie kommt dieser Effekt zustande? Ganz einfach: Das Musik-Playback während des Drehs lief in unterschiedlichen Geschwindigkeiten, erst später in der Postproduktion wurden die Aufnahmen wieder in die Originalgeschwindigkeit gebracht. Meistens lief das Playback während des Drehs in halber Geschwindigkeit, also mit einer Wiedergabegeschwindigkeit von 50%. Die Musiker performten mit ihren Instumenten und sangen die Strophe und den Refrain synchron. Diese halbe Aufnahmegeschwindigkeit erlaubt auch besondere und taktgenaue Pumpzooms an der Kamera. Um das aufgenommene Material nun in die richtige Geschwindigkeit zu kriegen, muss man nichts weiter tun, als es in doppelter Geschwindigkeit wiederzugeben. Das Ergebnis: Wir haben eine lippensynchrone Performance der Musiker und alle anderen Bewegungen im Umfeld sind doppelt so schnell, auch deren Bewegungen wirken unnatürlich ruckartig und somit sehr dynamisch. So kann man sehen, wie sich die Autos in Ebene 2 im Hintergrund in doppelter Geschwindigkeit bewegen, während wir im Vordergrund Stephan in normaler Playback-Geschwindigkeit performen sehen.

 

Schneller als die Polizei erlaubt?

 

Bei Minute 02:14 im Musikvideo wird das Auto von einem Polizisten mit einer Kelle aus dem Verkehr in eine Polizeikontrolle gewunken. Was hier aussieht, wie ein teurer Spaß mit vielen Komparsen war tatsächlich eine unfreiwillige groß angelegte echte Polizeikontrolle. Eines möchte ich hier vorweg nehmen: Wir sind immer sehr ordentlich gefahren und es lag mit Sicherheit nicht an überhöhter Geschwindigkeit. Vielmehr hat die interessante Kamerabefestigung unserer kleinen GoPro das Interesse der Ordnungshüter auf sich gezogen. Da wir nicht der Standard-Montagevorrichtung (ein großer Saugnapf) trauten, haben wir die Kamera mit zusätzlichen Schnüren befestigt. Das sah natürlich recht abenteuerlich aus.

 

 

Jedenfalls kamen wir in die besagte Polizeikontrolle. Auf den Parkplatz, auf den wir gelotst wurden, warteten auch schon viele weitere Einsatzfahrzeuge und Polizisten. Wie in jeder Polizeikontrolle fragten sie nach Personalausweis, Führerschein und den Fahrzeugpapieren. Auch nahmen Sie die Kamera auf der Kühlerhaube ganz genau ins Visier. Auf die Frage, was wir hier denn hier eigentlich machen, erklärten wir dem Herrn unser Vorhaben. Der Polizist war etwas verunsichert und sich nicht so ganz sicher, ob das nun erlaubt ist oder nicht. Er meinte schließlich (Gedächtnisprotokoll): "Wenn ick von 'nem Auto überfahren werde, ist es eigentlich egal, ob da ne Kamera dran ist, oder nicht...hm... aber Jungs,  macht das mal lieber ab".

 

Gesagt, getan. Die Kamera wurde abmontiert und wir durften unsere Fahrt fortführen. Das großartige dabei: Die Kamera lief die ganze Zeit mit und somit ist das entstandene Filmmaterial Bestandteil des Musikvideos. Selbstverständlich unter Wahrung der sämtlicher Persönlichkeitsrechte aller Beteiligten.