Musikvideoproduktion in Berlin: Rückblick: Ein Blick hinter die Kulissen des Musikvideo-Drehs "TIEFENGESTEIN - RUBIN"

March 7, 2017

 

Rückblick: Meine erste Musikvideoproduktion

 

Es war im Jahre 2011. Seit meinem Umzug von Freiburg nach Berlin (Anfang 2009) waren zu dem Zeitpunkt bereits knapp über 2 Jahre vergangen. Viele neue Eindrücke wirkten nach wie vor auf mich ein, natürlich auch nicht zuletzt die der Berliner weltbekannten Club- und Elektroszene. Ich bin mir sicher, dass es jedem so geht, der in Berlin ein Video drehen will: Man möchte zeigen, dass man in Berlin ist, also darf es selbstverständlich auch nicht an den einschlägigen Locations im Film mangeln. Die Oberbaumbrücke in Kreuzberg, der Potsdamer Platz, das Brandenburger Tor... die Klassiker eben! Zugegeben,solch ein Gedanke hat bei mir auch eine Rolle gespielt, bei meiner zweiten Produktion in Berlin und gleichzeitig mein allererstes Musikvideo: TIEFENGESTEIN - RUBIN.

 

Der Interpret

 

Auf die Elektro-Formation „Tiefengestein“ bin ich eher zufällig gestoßen. Als ich 2010 eine Reportage (Zurag-Ein Mongole mit tausenden Pferden) über den in Berlin lebenden mongolischen Künstler Otgonbayar Ershuu gedreht habe, bin ich bei der Onlinerecherche für den passenden Soundtrack auf den begabten Komponisten Valentin Boomes gestoßen. Er hatte damals einen bestimmten Track in einer Sound-Datenbank online gestellt, welchen ich unbedingt für meine Reportage haben wollte. Schließlich kam ich mit Valentin in Kontakt und so habe ich erfahren, dass er auch die Musik für eine Live-Elektroformation produziert, welche sich „Tiefengestein“ nennt. Ich war sofort begeistert von der Musik und so hat mich von dem Moment an der Gedanke auch nicht losgelassen, für den Song "Rubin" der Tiefengestein-LP ein Musikvideo zu produzieren.

 

(Kleine Notiz am Rande: Sicherlich hat Valentins Musik jeder schon einmal gehört: Er produziert nämlich neben Filmmusik auch Trailermusik. So sind seine Kompositionen u.a. in den Trailern von Spiderman, Edge of Tomorrow, Assasin's Creed u.v.m. zu hören, auch hat Valentin bei vielen großen Soundtracks mitgewirkt.)

 

Die Idee

 

Die Idee zu dem Song "Rubin" haben Valentin und ich gemeinsam entwickelt, nachdem ich ihm gesagt habe, dass ich unbedingt ein Musikvideo zu dem Track machen möchte. Da von Anbeginn klar war, dass es ein NoBudget-Musikvideo ist, waren wir natürlich finanziell sehr limitiert, was aber zunächst nicht bedeutet, dass man in seinen Ideen limitiert ist. Nur muss man am Ende der Ideenfindung natürlich schauen, wie und ob man diese Ideen auch umsetzen kann.

 

Worum geht es in dem Video?

 

In dem Musikvideo "Rubin" geht es um ein japanisches Schulmädchen namens Ruby (deutsch: Rubin), welches durch eine magische Halskette (ebenfalls ein roter Rubin) einen Pandabären aus dem Berliner Zoo befreit. Gejagt von den Zoowärtern befinden sie sich nun auf der Jagd durch ganz Berlin. Es gibt aber noch jemand gefährlicheren als die Zoowärter, vor dem sowohl Ruby, der Panda aber auch die Zoowärter Angst haben. Am Ende wird Ruby von der unbekannten Macht gefasst und wird (Achtung Spoiler!), mittels ihrer Rubin-Halskette vom Pandabären befreit.

 

Vom Schulmädchen, Panda, Zoowärter und einer irrwitzigen Jagd durch Berlin

 

 

Um ehrlich zu sein: So ganz genau kann ich mich heute auch nicht mehr daran erinnern, warum wir uns für eine Story mit einem japanischen Schulmädchen und einem Pandabären in der Hauptrolle entschieden haben. Irgendwie passte das einfach zu dem Track von Tiefengestein. Es war ein bisschen wie eine Comic-Verfilmung. Das hat den Vorteil, dass man in den Ideen eigentlich nicht limitiert ist und alles offen und erlaubt ist. Ich hatte Glück, dass ich bereits zu dem damaligen Zeitpunkt einige Leute in Berlin kannte so wurde das Pandakostüm von der Plastikerin Karoline Hinz gebaut. Das Schulmädchenkostüm hat die Modedesignerin Hongra genäht und als Zoowärterkostüm haben Heimwerker-Overalls hergehalten. Natürlich wurde mittels Schablone und wasserfester Lackfarbe noch das Tiefengestein-Logo auf die Vorder- und Rückseite des Overalls gesprüht.

 

Die Locations

 

Die Verhörszene haben wir in der Galerie des Künstlers Otgonbayar 'Otgo' Ershuu gedreht. Eigentlich war die Galerie sehr bekannt für den warmen und gemütlichen Charme. Die Steinwand eignete sich allerdings hervorragend, um künstlich eine kalte und bedrohliche Atmosphäre zu schaffen. (Zum Vergrößern anklicken!)

 

Und so sieht das dann im fertigen Film aus:

 

 

Die Zoosequenzen haben wir natürlich nur zum Teil im (bzw. am) Zoo gedreht. Für die Tiersequenzen am Anfang des Musikvideos mussten wir noch nicht einmal in den Zoo. Die Pandaszenen haben wir im Volkspark Wilmersdorf gedreht. Als Pandagehege durfte ein eingezäuntes Sportfeld herhalten. Alle anderen Szenen haben wir in Berlin-Mitte und in Berlin-Kreuzberg gedreht. (Zum Vergrößern anklicken!)

 

 

Und so sieht das dann im fertigen Film aus:

 

Unbewusste Inspiration

 

Ich gebe zu: Ich hatte zwei ganz konkrete Bilder von Musikvideos im Kopf, welche ich ganz bewusst zitieren wollte. Ich wollte unbedingt eine untersichtige Kameraeinstellung der Zoowärter während der Verfolgungsjagd haben, wie wir sie auch von den Beastie Boys aus "Intergalactic" kennen, auch ging mir das Bild aus dem Beasie Boys Musikvideo "Fight for your Right Revisited") nicht mehr aus dem Kopf. Ich wollte unbedingt diese Breakdance-Tanzmatte, die Pose der Jungs und diesen Retro-Ghettoblaster haben. Gesagt, getan!

  

Doch das erstaulichste war: Viele Parallelen habe ich erst Wochen nach der Fertigstellung des Musikvideos entdeckt. Für mich ein klares Zeichen dafür, dass bei mir diverse Filmsequenzen ganz unterschiedlicher Filme nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben.

 

Ursprünglich hatte ich in diesem Blogartikel Screenshots der besagten Filmszenen den Szenen aus RUBIN gegenübergestellt. Dies wäre urheberrechtlich als Bildzitat sogar möglich gewesen. Doch habe ich die Screenshots bewusst wieder entfernt und nenne hier nur die Filmnamen:

 

Beastie Boys - Intergalactic (untersichtige Kameraeinstellung)

Beastie Boys - Fight for your Right Revisited (Tanzbattle)

Matrix (Neo steht den Agenten gegenüber und stoppt die Kugeln)

Jackass 2 (Intro)

Hangover (Abspann)

Love Exposure (Berühmte Stinkefinger-Szene von Yoko)

Mein Nachbar Totoro (Mei und Totoro)

 

 Hier noch ein kleiner Clip von den Dreharbeiten

 

Und hier das fertige Musikvideo, viel Spaß beim Anschauen! (Leider aber nur in SD-Qualität, trotzdem gut :)

 

Ihr wollt gerne ein Musikvideo produzieren lassen, habt schon eine Idee oder vielleicht noch überhaupt keine Ahnung, wie das Video aussehen soll? Kein Problem: Schreibt mir eine E-Mail oder ruft mich einfach an (Festnetz: 030-83217191 oder Mobil: 0175-5261089) und kommt für ein unverbindliches Gespräch nach Terminvereinbarung bei mir in Berlin vorbei. 

 

Ich freue mich auf Euren Anruf!

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